A44-Ausbau gerät ins Stocken: Grundwasserschutz wird geprüft

Es gibt erneut Probleme beim Mammutprojekt A44-Ausbau: Die Planung des Abschnitts zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost wird sich verzögern. 

Das teilte Verkehrs- und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Dienstag über seine Pressestelle mit. Das Planfeststellungsverfahren, ursprünglich vorgesehen für die zweite Jahreshälfte 2019 (HNA berichtete), könne jetzt voraussichtlich erst 2020 begonnen werden. Aktuell sind fünf der zwölf Bauabschnitte der 70 Kilometer langen und rund zwei Milliarden Euro teuren Strecke zwischen Kassel und Herleshausen fertig. Sechs weitere sind im Bau. Bei dem rund 10,8 Kilometer langen Stück zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost handelt es sich um den letzten der zwölf Abschnitte – den Lückenschluss und die Verbindung zur A7.

Grund für die Verzögerung: Der Bund hatte als Bauherr die Pläne für das Projekt überprüft und Änderungen verlangt, die das Land Hessen umsetzen muss. Demnach soll unter anderem das Konzept für die Fahrbahnentwässerung des Abschnitts überarbeitet werden. Der hessische Verkehrsminister teilte nun mit, dass aktuelle Berechnungen ergeben hätten, dass der Schutz des Grundwassers und der Losse umfangreiche Änderungen verlangten. „Unter anderem müssen die Rückhaltebecken umgeplant werden, um das von dort aus abzuleitende Straßenoberflächenwasser besser zu reinigen“, heißt es aus dem hessischen Ministerium.

Dazu habe die Straßenbaubehörde Hessen Mobil ein Ingenieurbüro eingeschaltet. „Die notwendigen Änderungen führen zu einer Verzögerung von circa einem Jahr. Aber es ist auch im Interesse der Anwohner von Kaufungen und Helsa, dass wir hier gewissenhaft arbeiten und das Klagerisiko minimieren“, sagt Al-Wazir. Zusätzliche Belastungen müssten die Bürger von Kaufungen und Helsa in der Übergangszeit nicht fürchten. Der Minister erläutert: „Dazu werden auch Geschwindigkeitsbeschränkungen und Nachtfahrverbote geprüft.“

Hessen Mobil antwortete bis Redaktionsschluss nicht auf eine HNA-Anfrage. Wie hoch die Mehrkosten durch die Verzögerung sein werden und ob der Bau wie bislang geplant bis 2031 fertiggestellt wird, blieb unbeantwortet.

Den Vorsitzenden der Bürgerinitiative (BI) Pro A44, Dr. Wolfram Glaß, wundert es indes nicht, dass sich die Planung für das Projekts verzögert: „Es war zu erwarten, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden kann“, sagt der Kaufunger.

Schließlich stünden mehrere Gutachten aus, die die Planung des letzten Bauabschnitts weiter verschieben könnten. Ohnehin halte er den Plan, die A44 und A7 im Bereich Kassel-Ost zusammenzuführen, für falsch. „Das wird zu einem absoluten Verkehrschaos führen. Laut Prognosen wird sich der Lkw-Verkehr bis 2030 noch verdoppeln.“ Der Aufbau von A44 und A7 seien schlicht zu eng für das künftige Verkehrsaufkommen, „vor allem mit den acht verengten Spuren auf der A7.“ Das werde ein Nadelöhr sondergleichen. 

HNA Online

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