Anwohner in Helsaer Siedlung fürchten A44-Baustelle

Sie ist wieder da, die Angst und Nervosität bei den Anwohnern der Siedlung Mariengrund direkt an der Bundesstraße 7 in Helsa.

Über mehrere Tage waren dort Vermessungstechniker mit ihren Geräten und orangefarbenen Westen unterwegs, vermaßen die Fahrbahn und brachten mit Sprühfarbe hell leuchtende Markierungen auf die Straße auf.

Alle in Mariengrund wissen: Ab etwa 2024 soll unter ihren Häusern in minimal 18 Metern Tiefe der neue A 44-Autobahn-Tunnel Helsa mit seinen 1400 Metern Länge in den Untergrund gebohrt und gesprengt werden. Und alle dort wissen, dass sie mindestens fünf, vielleicht auch sechs oder sieben Jahre lang mit der Tunnelbaustelle zu tun haben werden.

Als Logistikfläche kommt aktuell der Talschluss „Hinter der Mühle“ westlich von Mariengrund am geplanten Westportal des Tunnels in Frage – minimal 60 Meter von der Siedlung entfernt. „Als wir hier die Vermessungstechniker gesehen haben, kam bei uns wieder die Sorge hoch, dass Hessen Mobil zumindest den unteren Teil unserer Straße bis zu den Hausnummern 2 und 4 womöglich als Zufahrt für die künftige Tunnel-Baustelle nutzen will“, sagt Norbert Schöben, der schon seit Jahren zusammen mit Nachbarn die Planungen der Landesstraßenbaubehörde in Sachen Weiterbau der A 44 von Kassel-Ost bis nach Helsa-West verfolgt. „Mich wundert es einfach nur, dass Hessen Mobil uns nie über irgendwelche Vorgänge informiert“, sagt Schöben.

Nach HNA-Anfrage zeigt sich nun: Die Menschen in Mariengrund können Aufatmen. Sie brauchen nicht zu fürchten, dass ihre Zufahrtsstraße Mariengrund als Baustellenzufahrt genutzt werden wird. „Die Zufahrt zur Tunnel-Baustelle wird über die B 7 erfolgen“, versichert Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus.

Und: „Die aktuellen Vermessungsarbeiten dienen lediglich der Bauvorbereitung für die in den nächsten Jahren geplante Fahrbahnerneuerung an der B 7“, fügt Sinemus an. Vermessen werde nicht nur in der Siedlung Mariengrund sondern auch entlang der gesamten Strecke zwischen Kaufungen und Helsa. Ziel von Hessen Mobil sei es, voraussichtlich mit Baubeginn des A 44-Abschnitts zwischen Kassel-Ost und Helsa-West die B 7 von der Einmündung der K 6 bei Kaufungen (Theodor-Heuss-Straße) bis Helsa von bislang drei auf zwei Fahrspuren zu reduzieren – auch, um bei Helsa mehr Platz für die Tunnelbaustelle zu bekommen.

Sinemus teilt mit, dass es eine Bürgerinformation erst wieder unmittelbar vor Baubeginn des Tunnels Helsa gebe – „wie bei jedem bis dato gebauten Tunnel“. Nach bisheriger Einschätzung könnte das im Jahr 2023 oder 2024 sein. Schon deutlich früher – nämlich voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2019 – werden mit Beginn des Planfeststellungsverfahrens die Pläne für den Tunnel Helsa (wie auch für den gesamten A 44-Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa-West) vier Wochen lang in den Rathäusern der vom Autobahnbau betroffenen Kommunen öffentlich ausgelegt. Bis zu zwei Wochen nach Auslage der Unterlagen können direkt betroffene Personen wie auch Interessengruppen, Vereine, Verbände Institutionen Anregungen oder Einwände schriftlich abgeben.

HNA Online

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