Bei jedem Wetter draußen: Gemeinde Helsa plant Waldkindergarten

Den ganzen Tag in der Natur sein, egal, ob es regnet, stürmt oder schneit. Das ist grob das Konzept eines Waldkindergartens, so wie er aktuell für 15 Kinder in Helsa geplant ist.

Kinder, die eine solche Einrichtung besuchen, spielen mit dem, was der Wald zu bieten hat, lernen Büsche, Sträucher und Bäume kennen und machen ihr Geschäft auf Komposttoiletten.

„Es gibt einige Erzieher, die für dieses Konzept brennen“, sagt Tilo Küthe, Bürgermeister der Gemeinde Helsa. „Darüber hinaus haben auch schon Eltern signalisiert, dass sie ihre Kinder gern in einem Waldkindergarten unterbringen würden.“

Um das Vorhaben umzusetzen, würde ein acht Meter langer Bauwagen in einem Waldstück am Radweg zwischen Helsa und Wickenrode aufgestellt. Dieser würde 70.000 bis 80.000 Euro kosten. In dem Wagen wären unter anderem Tische, Stühle, Schränke, eine Küchenzeile, Komposttoiletten und Hygieneartikel untergebracht. Bei extremen Wetterlagen könnten sich die Kinder dort zurückziehen.

Doch noch ist das Projekt nicht genehmigt. Darüber entscheidet das Land Hessen, der Landkreis Kassel ist bei dem Thema zwischengeschaltet, berät und schätzt die Lage ein. „Wir sehen Waldkindergärten grundsätzlich als sinnvolle, pädagogische Einrichtungen, die Kindern ein positives Naturerlebnis vermittelt“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Doch die Umsetzung dieses Konzepts sei alles andere als einfach. „Es gibt einen großen, bunten Strauß von Anforderungen, der bedacht werden muss. Das Ganze ist nicht von jetzt auf gleich umsetzbar.“ Es gehe dabei um die verschiedenen Probleme, die im Wald entstehen können.

Hessen Forst spricht dabei von waldtypischen Gefahren, mit denen Erzieher und Kinder umgehen müssen. „Wenn ich mit meinem Kind privat in den Wald gehe, ist das aber auch nicht anders“, sag Hessen-Forst-Sprecher André Schulenberg. „Es gibt natürlich Dinge, die man beachten sollte. Wir unterstützen das Konzept Waldkindergarten aber voll und ganz.“ Im Landkreis Kassel gebe es bisher keinen Waldkindergarten, jedoch in der Nähe: in Körle, Albshausen, Witzenhausen, Hessisch Lichtenau und Kirchditmold.

Die Awo als Träger der Kindergärten in Helsa und seinen Ortsteilen steht ebenfalls hinter dem pädagogischen Konzept. „Sich in der Natur aufzuhalten, ist das Beste, was den Kindern passieren kann“, sagt Angelika Hantscher, Referentin für Kinder- und Jugendarbeit bei der Awo Hessen-Nord. „Außerdem ist der Wald für unsere Erzieher ja nicht fremd, sie sind mit den Kindern auch so schon viel im Wald.“

Wenn der Waldkindergarten in Helsa Wirklichkeit würde, hätte die Gemeinde laut Bürgermeister Küthe vergleichsweise schnell eine Lösung für ihr Platzproblem erreicht. Denn die Gemeinde hat zurzeit keine Kapazitäten mehr frei. „Wenn wir die Genehmigung für den Waldkindergarten bekommen, hoffe ich, dass wir im kommenden Kindergartenjahr damit starten und somit weitere Kinder aufnehmen können“, sagt der Rathauschef. „Wir sind nämlich mittlerweile in der Situation, dass wir Eltern absagen müssen.“

HNA Online

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