Helsa kämpft um Neubaugebiete: Fläche neben Sportplatz im Visier

Helsa. Die Nachfrage übersteigt das Angebot: Die Gemeinde Helsa braucht dringend Bauplätze. Neben dem Sportplatz, der seit Jahren ein Thema ist, zieht die Gemeinde jetzt eine Fläche daneben in Betracht. Doch bei beiden Grundstücken gibt es Haken.

Einer der Standorte, der sich aus Sicht der Gemeinde und der örtlichen Politik als Bauland anbietet, ist der ehemalige Sportplatz der Helsaer Fußballer am Sportplatzweg unweit des Schwimmbads. Um ihn drehen sich seit Jahren die Gespräche.

Das Problem: Wie berichtet, befindet sich Helsa seit 2012 im Dorfentwicklungsprogramm. Und dessen Regeln besagen, dass nur Baulücken geschlossen, aber keine Neubaugebiete ausgewiesen werden dürfen und, dass stattdessen Leerstand verringert werden soll, um die Kernorte zu stärken.

Auf der dringenden Suche nach Neubaustandorten hat sich nun eine weitere Fläche aufgetan. Eine Wiese, die an den Sportplatz grenzt und, wo laut Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) sechs Bauplätze entstehen könnten. Hier steht der Bebauung allerdings nach jetzigem Stand eine neue Hochwasserschutzlinie entgegen – parallel zum Sportplatzweg verläuft nämlich die Losse.

Die Gemeinde ist nun auf zwei Strängen aktiv: Eine Arbeitsgruppe aus lokalen Politikern versucht, dem Ministerium zu belegen, dass alles getan wurde, die Lücken im Dorf zu füllen, um ein Neubaugebiet ausweisen zu können. Zeitgleich läuft eine Anfrage beim Regierungspräsidium, in der es darum geht, die neue Hochwasserschutzlinie abzuändern.

„Man hat uns gesagt, wenn wir alles getan haben, die Lücken in der Dorfmitte zu schließen, dann gibt es eine Chance auf Bebauung des Platzes“, fasst Karl-Ludwig Opper, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Initiator der Arbeitsgruppe, zusammen. Das habe das Ministerium signalisiert.

Deshalb habe man sich an die Eigentümer von Grundstücken in Helsa gewandt und herausgefunden: Es gibt 27 Flächen, die theoretisch bebaut werden könnten. Neun Eigentümer davon würden gern verkaufen (die Gemeinde vermittelt), zwei sind praktisch nicht bebaubar (weil sie etwa am Hang liegen) und eines ist das Grundstück, welches direkt am Sportplatz liegt. Die restlichen der 27 Flächen stehen laut Opper nicht zum Verkauf oder hätten anderweitige Nachteile, die den Verkauf schwierig machten.

Das Gutachten wolle man nun über den Landkreis Kassel dem Ministerium zukommen lassen – um damit die Bebauung des Sportplatzes zu rechtfertigen.

Wenn die Fläche neben dem Sportplatz allerdings bebaut werden könnte, dann würde man diese prioritär behandeln, so Küthe. Der Eigentümer, der selbst in Halstenbek (Schleswig-Holstein) wohne, wolle verkaufen. Aus der Fläche könnte man sechs Bauplätze machen. „Das würde uns schon mal helfen“, so der Rathauschef. Dafür müssten eine Straße erschlossen und das Gelände angehoben werden, um den Hang mitzubebauen.

Ob diese Pläne umsetzbar sind, ist derzeit allerdings ungewiss. Ein Drittel der Fläche liegt in einem vom Regierungspräsidium ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet, der Bebauung steht eine Hochwasserschutzlinie entgegen. Man befinde sich deshalb mit dem Regierungspräsidium Kassel im Gespräch. „Wir würden eine Mauer zwischen Sportplatzweg und Baugebiet bauen“, so Küthe.

Das sagt das Regierungspräsidium

Konflikte bezüglich der Bebauung von Hochwasserschutzgebieten gibt es in vielen Kommunen, durch die Gewässer fließt, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. „Die Richtlinien treffen bei den Gemeinden nicht immer auf Verständnis“ – im Falle eines Hochwassers zahlten diese sich aber aus. Eine Anfrage der Gemeinde Helsa liege der Oberen Wasserbehörde vor und werde derzeit geprüft.

Bauen im Hochwasserschutzgebiet sei immer schwierig: Zum Einen, weil Bebautes bei Hochwasser überschwemmt werden könnte, zum Anderen, weil das Wasser nicht so abfließen könnte, wie es muss. Dies wiederum könne sich insbesondere auf Unterlieger des Gewässers negativ auswirken – nicht allein auf die unmittelbaren Anwohner, so der Sprecher.

HNA Online

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